Kreisverband Legasthenie Lüneburger Heide e.V.
Integrative Lerntherapie seit 1979


Deutsch  ·  Englisch  ·  Rechnen

Forum

…für Eltern

LEGI-Elternforum und Vorträge

Das LEGI-Elternforum ist der monatliche Treffpunkt für Eltern. Hier können Sie sich miteinander austauschen und informieren.

Wann?jeden 1. Mittwoch im Monat 19.30 ­- 21 Uhr
 (ausgenommen Ferien und Feiertage)
Wo?LEGI-Lerntherapie (1. OG)
 Uelzen, Alte Wiesenstraße 21

Bitte melden Sie sich bis zum Montag vor dem jeweiligen Termin an unter Telefon 0581-5670 oder E-Mail legasthenie.uelzen@t-online.de

Wir laden regelmäßig renommierte Referenten und Referentinnen ein, die Vorträge zu interessanten Themen halten.

Programm zum Download hier…

Tipps: Wie kann ich meinem Kind helfen?

Das Wichtigste ist, dass Sie Ihr Kind ermutigen. Ihr Kind macht Fehler nicht absichtlich! Und es ist auch nicht faul oder dumm. Ihr Kind leidet selbst am meisten unter seinen Misserfolgen. Es ist unglücklich, weil es Dinge nicht kann, die anderen scheinbar leicht gelingen. Und es möchte Erfolg haben, damit Sie stolz auf Ihr Kind sein können. Deshalb braucht es jetzt Ihre uneingeschränkte Zuneigung und Unterstützung, damit es sicher sein kann, dass Sie es trotz schlechter Noten lieb haben.

Entlasten Sie Ihr Kind, indem Sie den Leistungsdruck vermindern. Ein Kind mit Legasthenie oder Dyskalkulie lernt nicht besser, indem es das nicht Gekonnte ständig wiederholen muss. Es braucht andere Methoden zum Lernen.

Bitte loben Sie Ihr Kind oft und ehrlich und erkennen Sie auch kleine Erfolge an. Fördern und betonen Sie die Stärken Ihres Kindes, motivieren Sie es durch Ihre Anerkennung. Es ist wichtig, dass Ihr Kind an sich glaubt. Denn wenn es bereits im Grundschulalter denkt, es sei dumm und weniger wert als andere, wird ihm dieser Glaubenssatz seine ganze Schulzeit und vermutlich darüber hinaus das Leben schwer machen. Wichtiger als gute Noten sind die seelische Gesundheit und das Lebensglück Ihres Kindes!

Bitte lassen Sie sich nicht von Ärzten oder Lehrkräften vertrösten. Niemand kennt Ihr Kind so gut wie Sie! Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, sollten Sie dem auf jeden Fall nachgehen.
Folgendes können Sie tun:

  • Sprechen Sie mit der Lehrerin oder dem Lehrer, der das für Ihr Kind problematische Fach unterrichtet.
  • Suchen Sie sich Hilfe in ihrer zuständigen Erziehungs- und Familienberatungsstelle oder in einer lerntherapeutischen Praxis.
  • Bei Verdacht auf Legasthenie oder Dyskalkulie sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, der Ihr Kind für eine Legasthenie- oder Dyskalkuliediagnose zu einer Fachpraxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie überweisen kann.
  • Lassen Sie die Sehfähigkeit des Kindes in einer Augenarztpraxis mit Sehschule (Orthoptik) überprüfen.
  • Lassen Sie das Hörvermögen Ihres Kindes in einer HNO-Praxis überprüfen, die auch die Hörverarbeitung und Hörwahrnehmung untersuchen kann (Pädaudiologie).

Gern nennen wir Ihnen entsprechende Adressen in Ihrer Nähe.
 
…für Kinder und Jugendliche

Eine Stunde bei LEGI

Hallo!
Schön, dass Du Dich für LEGI interessierst!

Damit Du eine kleine Ahnung davon bekommst, was Dich hier erwartet, erzählen wir kurz das Wichtigste:

Wir treffen uns einmal in der Woche für 45 Minuten.

Jedes Mal geht es dann um das Schulfach, das Dir Probleme bereitet. Also entweder Deutsch, Englisch oder Rechnen.

Es soll immer so sein, dass Du das, was wir bearbeiten, ohne große Mühe schaffen kannst.

Am Anfang erscheint Dir manches vielleicht zu leicht. Das ist gut so, denn so siehst Du, was Du schon alles kannst.

Mit der Zeit wirst Du Dich dann an schwierigere Aufgaben heranwagen. Wichtig ist, dass Du sagst, was für Dich leicht oder schwer ist.

Spielst Du gerne? Ein Teil der gemeinsamen Zeit ist ausschließlich für Deine Spielwünsche reserviert.
Wir freuen uns darauf, Dich kennen zu lernen!

Hast Du Stress? – Wir finden (D)einen Weg!

Hast-du-stress.de ist die Kontaktbrücke zwischen Kindern und Jugendlichen in Not und den professionellen Beratungsstellen in der Region. Die interaktive Homepage bietet Kindern und Jugendlichen anonyme Hilfe zu den Themen Integration, Umgang mit Sucht und Drogen, Gewalt, Schule u.a. Sie liefert die Kontaktdaten von Experten, an die sich Kinder und Jugendliche kostenlos wenden können.

www.hast-du-stress.de
 
…für Jugendliche und Erwachsene

Schulabschluss – und dann?

Hallo, Ich heiße Jörn Jacob Schöttle und wurde 1992 geboren. Trotz meiner Legasthenie und obwohl ich kein Abitur habe, trage ich einen Meistertitel des Handwerks und studiere Innenarchitektur.
In meiner Schulzeit hatte ich manchmal das Gefühl, als Legastheniker würde mir die Welt nicht offenstehen und dass ich sowieso keine Chancen habe. Falls es Dir ähnlich geht, Dich Zweifel oder Sorgen quälen, kannst Du mir gerne schreiben. Und immer dran denken, alles ist möglich!

Kontakt: joern.schoettle@t-online.de

Mein schulischer Werdegang

In den ersten Jahren der Grundschule wurde schnell klar, dass ich in Deutsch starke Schwächen aufweise. Ich habe sehr viel langsamer gelernt als die anderen und habe einige Dinge gar nicht erst verstanden. Dank jahrelanger Lerntherapie bei LEGI und sehr viel Unterstützung durch meine Eltern und Freunde habe ich die Schulzeit dennoch mit einem guten Realschulabschluss beendet.

Ich habe dann ein BGJ (Berufsgrundbildungsjahr) absolviert, da dies nötig war, um eine Ausbildung zum Tischler beginnen zu können. Diese Ausbildung habe ich dann 2011 mit Auszeichnung abgeschlossen und wurde als Geselle von meinem Betrieb übernommen.

Nach einem sehr spannenden Jahr als Geselle habe ich ein Weiterbildungsstipendium des Bundes erhalten und bin zur Meisterschule gegangen. Im Juli 2014 habe ich auch diese erfolgreich abgeschlossen und im selben Jahr ein Studium angefangen. Im Moment studiere ich im 3. Semester Innenarchitektur.

Meine Eltern haben mich immer sehr unterstützt, aber auch Freunde und Hobbys haben mir sehr geholfen. Zudem kam irgendwann die Einsicht, dass die Probleme mit Deutsch und der Grammatik nach der Schule immer unwichtiger wurden. Es ist zwar wichtig gut schreiben zu können, aber es war den meisten egal, ob da ein oder zwei Rechtschreibfehler drin waren oder ob das Komma richtig gesetzt war.

Das Wichtigste war, niemals den Glauben daran zu verlieren, dass es besser wird und die Schule nicht ewig dauert. Und da ich mich daran gewöhnt hatte, immer kämpfen zu müssen, um durch die Schule zu kommen, habe ich danach weiter gemacht. Ich hatte mir während der Schule ein gewisses Lernpensum antrainiert, welches nun nach dem Verlassen der Schule sehr nützlich war. Dadurch fiel es mir leicht, relativ schnell und routiniert zu lernen und sehr gute Resultate in jeglichen Prüfungen und der Berufs- und Meisterschule zu erzielen.
 
…für Kitas und Schulen

Tipps für Erzieher/innen

Nach dem heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand wird Lesen- Schreiben- und Rechnenlernen als Entwicklungsprozess verstanden, der lange vor Eintritt des Kindes in die Schule beginnt. Bereits im Vorschulalter entwickeln die Kinder spezifische Basiskompetenzen bzw. Vorläuferfertigkeiten, die für das Lesen-, Schreiben- und Rechnenlernen fundamental sind. Nicht alle Kinder haben bis Schulbeginn die entsprechenden Vorläuferfertigkeiten in ausreichendem Maße entwickelt. Viele Kinder, die besondere Schwierigkeiten beim Erwerb des Lesens, Rechtschreibens und/oder Rechnens bekommen, haben oft schon vor Schulbeginn unzureichende Lernvoraussetzungen.

Ziel einer effektiven Früherkennung und Prävention ist es deshalb, bereits im Vorschulalter den Entwicklungsstand der Kinder im Hinblick auf jene spezifischen Vorläuferfertigkeiten zu erfassen, die für den Erwerb unserer Kulturtechniken erforderlich sind. Je eher diesen Frühwarnhinweisen nachgegangen wird, die auf spätere Lernschwierigkeiten hindeuten, umso günstiger ist die Prognose und je früher kann Hilfe einsetzen.

Mögliche Hinweise auf später auftretende schulische Lernstörungen:
Das Kind

  • tobt lieber als zu malen oder zu basteln
  • hat eine schlechte Feinmotorik (Schnürsenkel, Knöpfen, Schere, Besteck)
  • lernt spät Roller- oder Fahrradfahren
  • hat Schwierigkeiten mit dem Erkennen von Reimen
  • hat kein Interesse an Buchstaben (z. B. eigener Name)

Unser folgendes Angebot richtet sich in erster Linie an Kindergärten sowie Kindertagesstätten und wird in der Regel in der Einrichtung durchgeführt. Auf Wunsch wird das Programm aber auch für einzelne Kinder in unserer Praxis angeboten.
 
Früherkennung

Wir bieten die Durchführung des Früherkennungsverfahrens „Bielefelder Screening“ an. Es wird etwa 10 Monate vor der Einschulung eingesetzt. Das Training erfolgt in Kleingruppen über 20 Wochen in täglichen Sitzungen und dauert jeweils ca. 20 Minuten. Nach Beendigung des Trainings, etwa 4 Monate vor Schulbeginn, wird mit den geförderten Kindern erneut das BISC durchgeführt, um den Erfolg der Maßnahme zu überprüfen.
Die Praxis zeigt, dass es immer wieder einzelne Kinder gibt, die auch nach dem 20-wöchigen Training noch weiter gefördert werden müssen. Diese Kinder sollten bis zum Schulanfang weiter unterstützt werden.

Bielefelder Screening

Das Früherkennungsverfahren „Bielefelder Screening“ (BISC) wurde 2002 an der Universität Bielefeld entwickelt und erprobt. Bereits im Kindergartenalter können damit Kinder genau in den Bereichen überprüft werden, die für einen späteren Lese- und Schreiberfolg wichtig sind. Ein Großteil der der Kinder, die später Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten entwickeln, können so bereits vor der Schule entdeckt und gefördert werden.

Hören – Lauschen – Lernen

Die Kinder, bei denen spätere Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten wahrscheinlich sind, können an einem Trainingsprogramm teilnehmen, das ihnen das Lesen- und Schreibenlernen erleichtern soll. Das an der Uni Würzburg entwickelte Würzburger Training „Hören-Lauschen-Lernen“ vermittelt den Kindern auf kindgerechte, spielerische Weise einen Einblick in den Aufbau der gesprochenen Sprache und verschafft ihnen eine deutliche Erleichterung beim Lesen- und Schreibenlernen.

www.bielefelder-institut.de

Tipps für Lehrer/innen

Lehrer/innen sind wichtige Bezugspersonen für alle Kinder und Jugendlichen. Sie beeinflussen entscheidend deren schulische und persönliche Entwicklung. Ein Kind mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwierigkeiten ist ganz besonders auf das Verständnis seiner Lehrerin oder seines Lehrers angewiesen. Ihr wertvollster Förderbeitrag besteht darin, in der Klasse ein angstfreies Lernklima zu schaffen, damit das betroffene Kind den Mut zum Lernen und das Selbstvertrauen nicht verliert.

Schüler/innen mit Teilleistungsstörungen haben ein Recht darauf, entsprechend ihrer individuellen Lernvoraussetzungen gefördert zu werden und die Hilfe zu bekommen, die sie benötigen. Dies gilt auch für die Anwendung des Nachteilsausgleichs.Hierbei handelt es sich um einen Rechtsanspruch des Kindes und nicht um einen Bonus.

Bitte seien Sie bereit zur Zusammenarbeit mit einer außerschulischen Lerntherapie. Vorausgesetzt, die Eltern haben eine Schweigepflichtsentbindung erteilt, wird sich der/die Lerntherapeut/in gern mit Ihnen über die individuelle Ausprägung der Lernprobleme Ihres Schülers oder Ihrer Schülerin unterhalten und Sie bei der Auswahl von Ausgleichsmaßnahmen im Unterricht unterstützen.

19. November
Nächstes Treffen der ADHS-Selbsthilfegruppe JoJo Uelzen
29. April
ENTFÄLLT: Vortrag Dr. Lutz Krüger-Ruda: ADHS und Legasthenie
40 Jahre LEGI