Tochter mit Vater © Artem/stock.adobe.com

Wie kann ich meinem Kind helfen?

Das Wichtigste ist, dass Sie Ihr Kind ermutigen. Ihr Kind macht Fehler nicht absichtlich! Und es ist auch nicht faul oder dumm. Ihr Kind leidet selbst am meisten unter seinen Misserfolgen. Es ist unglücklich, weil es Dinge nicht kann, die anderen scheinbar leicht gelingen. Und es möchte Erfolg haben, damit Sie stolz auf Ihr Kind sein können. Deshalb braucht es jetzt Ihre uneingeschränkte Zuneigung und Unterstützung, damit es sicher sein kann, dass Sie es trotz schlechter Noten liebhaben.

Entlasten Sie Ihr Kind, indem Sie den Leistungsdruck vermindern. Ein Kind mit Legasthenie oder Dyskalkulie lernt nicht besser, indem es das nicht Gekonnte ständig wiederholen muss. Es braucht andere Methoden zum Lernen.

Bitte loben Sie Ihr Kind oft und ehrlich und erkennen Sie auch kleine Erfolge an. Fördern und betonen Sie die Stärken Ihres Kindes, motivieren Sie es durch Ihre Anerkennung. Es ist wichtig, dass Ihr Kind an sich glaubt. Denn wenn es bereits im Grundschulalter denkt, es sei dumm und weniger wert als andere, wird ihm dieser Glaubenssatz seine ganze Schulzeit und vermutlich darüber hinaus das Leben schwer machen. Wichtiger als gute Noten sind die seelische Gesundheit und das Lebensglück Ihres Kindes!

Bitte lassen Sie sich nicht von Ärzten oder Lehrkräften vertrösten. Niemand kennt Ihr Kind so gut wie Sie! Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt, sollten Sie dem auf jeden Fall nachgehen. Folgendes können Sie tun:

  • Sprechen Sie mit der Lehrerin oder dem Lehrer, der das für Ihr Kind problematische Fachunterrichtet.

  • Suchen Sie sich Hilfe in ihrer zuständigen Erziehungs- und Familienberatungsstelle oder in einer lerntherapeutischen Praxis.

  • Bei Verdacht auf Legasthenie oder Dyskalkulie sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt, der Ihr Kind für die Diagnose zu einer Fachpraxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie überweisen kann.

  • Lassen Sie die Sehfähigkeit des Kindes in einer Augenarztpraxis mit Sehschule (Orthoptik) überprüfen.

  • Lassen Sie das Hörvermögen Ihres Kindes in einer HNO-Praxis überprüfen, die auch die Hörverarbeitung und Hörwahrnehmung untersuchen kann (Pädaudiologie).

  • Gern nennen wir Ihnen entsprechende Adressen in Ihrer Nähe.

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